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Littering

Knascht gehéiert nët op de Buedem, mee an d’Dréckskëscht!

Zu Lëtzebuerg ass awer daat sougenannte Litteren, also daat net expresst Eweggeheien oder Leieloossen vu Knascht am ëffentleche Raum oder an der Natur leider keng Seltenheet an dat trotz der Tatsaach, dass esou verknaschte Landschafte nët nëmmen en ëllent Bild oofginn, mee och an engem grouße Mooss dat ökologescht Gleichgewiicht vun eiser Ëmwelt gefährden. D’Gemenge sin dobäi meeschtens am stärkste betraff, well si mussen de Knascht am Endeffekt eweg maachen an dat kascht bekanntlech vill Zäit a Geld!

Sauberer Park III

Was ist Littering?

Unter dem Begriff Littering versteht man im Allgemeinen das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Müll und Dreck auf Straßen und Plätzen, im öffentlichen Raum oder in der Natur. Es dient dabei meist dem Zwecke der schnellen Entsorgung von nicht mehr benötigten Materialien. Im Gegensatz zur illegalen Müllentsorgung geschieht das Littern meist unbewusst oder zumindest ohne großartig darüber nachzudenken! Es handelt sich demnach um eine Art Gewohnheit, die man durchaus abstellen oder ändern kann, wenn man sich dessen erst einmal bewusst wird.

Welche Ursachen hat das Littering?

Littering ist eine meist unbewusste Handlung. Es passiert oftmals ohne Hintergedanken, wobei Sinn und Zweck meist im schnellen Entledigen unnötigen oder unbrauchbaren Materials bestehen. Bei der illegalen Müllentsorgung sind andere Beweggründe ausschlaggebend. Hier können zu teuren Kosten einer fachgerechten Entsorgung oder der hohe Aufwand der Müllbesteitigung eine Rolle spielen. Beim Littern jedoch stehen die eigene Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit oder das Unwissen vieler Menschen im Vordergrund. Der große Unterschied besteht somit im unbewussten Handeln beim Littering gegenüber dem bewussten bei der illegalen Entsorgung! In Einzelfällen kann man aber auch bewusst Littern, um anderen eins auszuwischen! Veränderte Essgewohnheiten und die vermehrte Verpflegung im öffentlichen Raum tragen durch die vielen Take-aways und Einwegverpackungen ebenfalls zur Zunahme des Litterings bei. Auch das Verteilen von Gratiszeitungen beispielsweise führt zu mehr gelittertem Papier. Das akzeptierte Littern bei Großveranstaltungen verdeutlicht zudem die allgemeine Abnahme der Wertschätzung des öffentlichen Raumes in unserer heutigen Konsumgesellschaft. Die passiven Formen des Litterings (Liegenlassen oder vom Wind Wind weggeblasen zum Beispiel) überwiegen dabei die aktiven Formen, wie das achtlose Wegschmeißen oder der meist erfolglose Versuch, sich als Basketballer zu versuchen. Viele Littern, wenn sie alleine sind und sie niemand sieht. Auch das Littern unter Alkoholeinfluss stellt eine Erklärung, wenn auch keine Entschuldigung dar.

zigarettenstummel

Was wird wo weggeworfen?

Am meisten von der Litteringproblematik betroffen sind vielbefahrene oder –begangene Wege und Straßen, sowie Aufendhaltsflächen wie Plätze, Raststätten, Picknickareale oder Erholungszonen. Oftmals wird beispielsweise auf Autobahnen aus dem Auto heraus gelittert, um den Dreck nicht im Wagen verstauen zu müssen oder den kleinen Aschenbecher zu verschmutzen. Auch die sogenannten Take-away-Verkaufsstellen stellen ein Problem dar, da sich Schüler oder Arbeitende während ihrer (oft sehr kurzen) Pausen hier mit Nahrung versorgen und auf dem Weg zurück zur Schule oder dem Arbeitsplatz die anfallenden Essensbehälter und Getränkedosen irgendwo entsorgen wollen. Aber auch auf Partys, Festen und Konzerten landet viel Müll auf dem Boden. Am meisten weggeworfen werden Zigarettenstümmel, die man fast überall findet wo sich Menschen aufhalten, von Bushaltestellen und Bahnhöfen bis hin zu Sport- und Marktplätzen. Es scheint mittlerweile als normal angesehen zu sein, die gerauchte Zigarette auf den Boden zu werfen und mit der Schuhspitze auszutreten und liegenzulassen. Wie bereits erwähnt werden jedoch häufig auch Flaschen, Dosen und Behältnisse für Essen aus Fast-Food-Restaurants achtlos am Wegesrand entsorgt. Plastiktüten, Papier und Karton, Glasflaschen und Metallgegenstände gehören ebenfalls zu den beliebten Litteringobjekten. Außerdem kann man den im urbanen Raum liegengelassenen Hundekot ebenfalls getrost zum Littering zählen, vor allem wenn extra dafür vorgesehene Entsorgungstüten aufgestellt sind. Grob gesagt kann man festhalten, dass Littering fast überall dort entsteht, wo sich Menschen aufhalten.

Einige Zahlenbeispiele: Im Jahre 2008 wurden bei einer Reinigungsaktion entlang unserer Autobahnen an einem einzigen Wochenende rund 309 kg Müll pro Kilometer aufgesammelt (insgesamt über 45t). Im gleichen Jahr sammelten die Bürger vieler Kommunen eifrig bei den großen Frühjahrsputzaktionen. Dabei wurden je nach Gemeinde zwischen 0,2t und 2,5t Müll gefunden. 50% aller Littering-Akte passieren weniger als 5 Meter von einer (nicht vollen) Mülltonne, 10% sogar in unmittelbarer Nähe (1m). Zigarettenstummel, Einwegverpackungen (Getränke und Fast-Food) und Kunststoffe gehören zu den am meisten weggeworfenen Gegenständen.

Welche Konsequenzen hat Littering?

Littering ist schon längst kein Kavaliersdelikt mehr und hat teils dramatische Auswirkungen auf die Natur und Umwelt und die Lebensbedingungen der Menschen. Zum einen wird die Landschaft durch den vielen herumliegenden Dreck verschandelt und gibt ein armseliges Bild ab, was nicht nur unansehlich ist, sondern sich auch auf den Gemütszustand der Leute auswirkt. In einer sauberen Umgebung lebt es sich einfach besser! Neben dem rein ästhetischen Empfinden, hat Littering jedoch auch zum Teil gravierende Folgen für unsere Umwelt. Viele weggeworfene Objekte bauen sich nur sehr langsam wieder ab und können Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar tausende von Jahren überdauern, bis sie vollständig verschwunden sind. In dieser Zeit sondern sie teilweise sogar schädliche oder giftige Stoffe ab, die in den Boden eindringen und so Flora und Fauna schädigen und sogar über das Trinkwasser in den Nahrungskreislauf des Menschen gelangen können. Außerdem können sich Tiere an den Gegenständen verletzen oder gar daran sterben. Solch verdreckte Landschaften gefährden daher in erheblichem Maße das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten. Daneben hat das Littering aber auch finanzielle Auswirkungen, denn das Saubermachen ist aufwendig und teuer, was die Bürger jedes Jahr Millionen an Steuergeldern kostet. Anschließend muss der Müll dann aufwendig getrennt und fachgerecht entsorgt werden, was ebenfalls kostet. Littering ist demnach nicht nachhaltig und hat viele negative Auswirkungen.

figur fegt dreck weg

Aufklären, Aufräumen, Ahnden?

Die Politik hat das Problem bereits erkannt und das neue Abfallgesetz sieht vor, dass Litteringsünder in Zukunft für ihre Vergehen zur Kasse gebeten werden könnten. Allerdings gibt es hierzu noch keine Verordnung, die das Ahnden von Litteringvergehen in den Gemeinden ermöglicht. Bis auf weiteres darf dies nur die Polizei durch eine administrativ aufwendige Anzeige. Der Staat ist demnach als Gesetzgeber auch ausschlaggebend dafür, in wiefern Littering reduziert werden kann. In den Gemeinden wartet man indes auf den geforderten Bußgeldkatalog. Im Allgemeinen unterteilt man die möglichen Maßnahmen zur Litteringreduzierung in drei große Leitlinien, die drei großen A (Aufklären, Aufräumen, Ahnden). Kommunen sollten erst einmal den Weg der Aufklärung gehen. Fortlaufende Sensibilisierungskampagnen mit visuellen und pädagogischen Maßnahmen (Plakate, Aufkleber, Infobrochüren, Flyer, Artikel, usw.) und das regelmäßige Appellieren an die Vernunft der Menschen gehören somit zu den Hauptaufgaben der Gemeindeverantwortlichen. Jedoch können auch die besten Aufklärungskampagnen nicht verhindern, dass ab und zu dann doch ganz unbewusst ein Taschentuch aus einer Tasche fällt oder der Deckel einer Mülltonne durch einen Luftstoß aufgerissen wird oder auf irgendeine sonstige Art und Weise Dreck auf der Straße landet. Aufgeräumt werden muss trotzdem. Deswegen lohnt es sich, vermehrt öffentliche Mülltonnen aufzustellen und die Frequenz der Reinigungsaktionen zu erhöhen! Auch öffentliche Putzaktionen, bei denen die Bürger gemeinsam Müll sammeln können eine sinnvolle Initiative darstellen. Wenn trotz vorhandener Infrastruktur und regelmäßiger Aufklärung die nötige Einsicht bei den Bürgern ausbleibt, dann können die Gemeinden möglicherweise in Zukunft dank des angesprochenen Abfallgesetzes einen Bußgeldkatalog für Müllsünder erstellen. Ungeklärt ist bis dato jedoch, ob neben der Polizei noch andere Körperschaften, wie beispielsweise kommunale Ordnungshüter Geldstrafen verhängen dürfen. Auch die Bürger können sich persönlich dafür einsetzen, das Littern zu reduzieren, indem sie beispielsweise den eigenen Müll (und unter Umständen auch den der anderen) immer fachgerecht entsorgen und andere höflich auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Wer bereits beim Kauf auf Einwegtüten und unnötige Verpackungen verzichtet, kommt erst gar nicht in die Versuchung diese zu littern! Auch der Deckel der Hausmülltonnen sollte immer gut verschlossen sein. Außerdem sollte man den Gemeindeverantwortlichen die eigenen Verbesserungsvorschläge mitteilen und an gemeinsamen Putzaktionen teilnehmen.

Differenzierte Vorgehensweise?

Da das Littern sehr unterschiedliche Ursachen haben und teilweise von sehr unterschiedlicher Ausprägung sein kann, sollte man die Gegenmaßnahmen immer an den jeweiligen Ort und vorherrschenden Umstände anpassen. Eine gesonderte Betrachtung und eine differenzierte Vorgehensweise mit vorheriger Analyse des Ist-Zustandes (Bestandsaufnahme) sind daher ratsam. Allerdings gibt es hierfür noch kein normiertes Aufnahmeverfahren. Erste Vergleichszahlen liegen aus einem ersten Pilotprojekt vor, das mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums im Jahre 2008 in der Stadt Düdelingen durchgeführt wurde. Die Ermittlung von Grunddaten zu Ursachen, Gegenständen und Orten, sowie der bereits vorhandenen Infrastruktur (Abfallbehälter z.B.) ist die wichtigste Voraussetzung zur Vorlage von Verbesserungs und Maßnahmenvorschlägen. Die Eingabe der erhobenen Parameter in eine Datenbank ermöglicht die langfristige Dokumentierung und eine flexibleren Handlungsspielraum auf veränderte Gegebenheiten.

Fazit

Littering ist kein Kavaliersdelikt, sondern illegal. Man macht sich strafbar und verschmutzt die Umwelt. Dreck auf dem Boden oder in der Natur ist häßlich und die Beseitigung kostet viel Geld. Wenn alle mithelfen und sich der eigenen Umwelt wieder bewusster werden, dann steigt auch die Wertschätzung des öffentlichen Raumes und der Dreck landet wieder dort vo er hingehört: in die Mülltonne!!!